Wenn Licht einen Ort bekommt

Wie KOMOT und die Porzellanmanufaktur Reichenbach Handwerk, Materialität und Mittelstand neu denken
19. März 2026 durch
Wenn Licht einen Ort bekommt
Konrad Weinhuber Design GmbH

Wie KOMOT und die Porzellanmanufaktur Reichenbach Handwerk, Materialität und Mittelstand neu denken


In einer Zeit, in der Produkte zunehmend global gefertigt und Marken austauschbar werden, setzen zwei deutsche Manufakturen ein bewusstes Zeichen: für Herkunft, für Materialehrlichkeit – und für die Kraft regionaler Zusammenarbeit.

Kooperation beginnt dort, wo Expertise nicht eingekauft, sondern geteilt wird. Die Leuchtenmanufaktur KOMOT und die traditionsreiche Porzellanmanufaktur Reichenbach bündeln ihre Kompetenzen und arbeiteten gemeinsam an der Entwicklung der Wandhalterung für die KOS NIDO – die neue Wandleuchte als Erweiterung der KOS Kollektion.

Was dabei entstand, ist mehr als ein Bauteil. Es ist das Ergebnis eines Dialogs auf Augenhöhe – zwischen Lichttechnik und Porzellanhandwerk, zwischen gestalterischer Idee und materialtechnischer Erfahrung.


Porzellan als architektonisches Element

Im Zentrum der Entwicklung stand eine klare gestalterische Idee:
Die Opalglaskugel der KOS sollte auch an der Wand ihren charakteristischen Ausdruck behalten – reduziert, präzise, eigenständig.

Die Porzellanhalterung übernimmt dabei eine bewusst zurückhaltende, aber entscheidende Rolle: Sie trägt, rahmt und schützt. Sie verbirgt die Technik. Sie gibt der Leuchte Halt – und zugleich einen Ort.

Anders als bei transluzenten Porzellanobjekten geht es hier nicht um Lichtdurchlässigkeit. In der gewählten Materialstärke lässt das Porzellan kein Licht hindurch. Es fungiert als architektonischer Körper, der die Technik aufnimmt und die Opalglaskugel freistellt.

Der Name „NIDO“ – italienisch für „Nest“ – beschreibt genau dieses Prinzip:
Die Halterung bildet den geschützten Rahmen, in dem das Licht wirken kann.


Präzision in Bewegung

Die KOS NIDO überzeugt nicht nur durch ihre formale Klarheit, sondern auch durch eine durchdachte technische Konstruktion.

Die Opalglaskugel liegt in einem 45°-Winkel im Porzellanhalter – bewusst ausbalanciert zwischen Ruhe und Bewegung. Zwei integrierte, von außen unsichtbare Schleifringe ermöglichen es, die Kugel endlos um 360° in ihrer Halterung zu drehen. So lässt sich das Licht präzise ausrichten, ohne dass Kabel oder Technik sichtbar werden.

Auch die Porzellanhalterung selbst ist beweglich: Sie kann an der Wand in jede Position gedreht werden. Aus einer zurückhaltenden Wandleuchte wird so im Handumdrehen ein gerichtetes Leselicht oder ein akzentuierender Strahler für Objekte und Kunst.

„Uns war wichtig, dass die Leuchte nicht statisch gedacht wird“, erklärt Co-Designer Luca Brand. „Die KOS NIDO sollte sich selbstverständlich an unterschiedliche Nutzungssituationen anpassen lassen – intuitiv, ohne technische Dominanz. Die Bewegung ist Teil der Gestaltung.“

Wie alle Leuchten der KOS Kollektion ist auch die NIDO intelligent gedacht: Das integrierte KOS CONNECT-Modul ermöglicht die flexible Anpassung von Helligkeit und Farbtemperatur per App – abgestimmt auf Tageszeit, Nutzung und Stimmung im Raum.

So verbindet die KOS NIDO handwerkliche Materialität mit technischer Raffinesse – sichtbar reduziert, funktional vielseitig.


Entwicklung als gemeinsamer Prozess

Die Kooperation zwischen KOMOT und Reichenbach folgt keinem kurzfristigen Trend, sondern einem langfristigen Anspruch: Manufakturarbeit weiterzudenken. Beide Unternehmen eint eine klare gestalterische Haltung, hohe Fertigungstiefe, regionale Produktion und das Bekenntnis zum Mittelstand.

Reichenbach brachte seine langjährige Expertise in der Verarbeitung von Porzellan ein, beriet in Fragen der Materialität, Proportion und Fertigung und begleitete die konstruktive Entwicklung der Wandhalterung maßgeblich.

„Gerade bei einem Material wie Porzellan entscheidet Erfahrung über Machbarkeit“, so Konrad Weinhuber, Gründer und Geschäftsführer von KOMOT. „Die Offenheit und der Mut, neue Wege zu gehen, waren für die Entwicklung der KOS NIDO essenziell. Wenn Licht auf Porzellan trifft, entsteht kein Kompromiss, sondern ein neues Spannungsfeld.“

„Auch die Porzellanmanufaktur Reichenbach versteht die Kooperation als bewusste Entscheidung für interdisziplinären Austausch: ‚Tradition bleibt nur lebendig, wenn sie in neue Kontexte geführt wird – ohne ihre Substanz zu verlieren. “
 

​Regionaler Mittelstand als Innovationsraum

Die Zusammenarbeit steht exemplarisch für eine Stärke, die häufig unterschätzt wird: die Innovationskraft inhabergeführter Manufakturen. Sie zeigt, wie Wertschöpfungsketten im Inland nicht nur erhalten, sondern aktiv gestaltet werden können – als Gegenmodell zu anonymer Massenproduktion. Kurze Wege, direkte Abstimmung, gemeinsame Prototypenentwicklung – die enge Zusammenarbeit ermöglichte schnelle Iterationen und präzise Lösungen. So entstand eine Wandhalterung, die technisch überzeugt und gestalterisch selbstverständlich wirkt – als wäre sie nie anders gedacht gewesen.

Die KOS NIDO ist damit nicht nur eine Erweiterung einer Kollektion.
Sie ist Ausdruck eines Verständnisses von Gestaltung, das auf Austausch setzt. Material wird nicht dekorativ eingesetzt, sondern konstruktiv gedacht.
Handwerk wird nicht romantisiert, sondern als Entwicklungspartner verstanden.
Kooperation bedeutet nicht Addition, sondern Vertiefung.

Premiere auf den Munich Design Days 2026

KOMOT präsentierte die KOS NIDO im Rahmen der Munich Design Days vom 12. bis 15. März 2026 auf der Praterinsel in München. Die Veranstaltung gilt als Plattform für kuratiertes Design, hochwertige Manufakturarbeit und interdisziplinären Austausch. In diesem Kontext wurde die neue Wandleuchte als Teil der KOS Kollektion einem Fachpublikum aus Architektur, Interior Design und Handel vorgestellt.

Über KOMOT

KOMOT ist eine Münchner Leuchtenmanufaktur, die Licht als gestaltendes Element im Raum versteht. Mit hoher Fertigungstiefe, präziser Technik und einem klaren Materialverständnis entstehen Leuchten, die Funktion und Atmosphäre verbinden.

Über die Porzellanmanufaktur Reichenbach


Porzellanmanufaktur Reichenbach steht für handwerkliche Exzellenz in der Porzellanverarbeitung. Das Unternehmen verbindet traditionelle Fertigungstechniken mit zeitgemäßer Gestaltung und begleitet Projekte mit hoher materialtechnischer Kompetenz.


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